SG NARVA Berlin e.V.

Gezittert wie Espenlaub

HSG Neukölln III – 4. Männer 19:21 (9:10)

Die Herbstferien und die damit verbundene Spielpause in der Liga kam NARVA IV zuletzt sehr gelegen. Mit zwei Niederlagen aus den vergangenen zwei Spielen musste die Mannschaft durchschnaufen und die Misserfolge beiseiteschieben.

Der so unterbrochene Abwärtsstrudel durfte nun aber nicht wieder aufgenommen werden. Passend erschien deshalb der kommende Gegner aus Neukölln mit nur einem Sieg auf der Habenseite. Alles andere als ein Sieg wäre somit eine Enttäuschung gewesen. Kenner der Vierten wissen allerdings, dass NARVA IV und Pflichtsieg manchmal so zusammenpassen wie Kleinkind und Zimmer aufräumen vor einer Familienfeier. Wenn man Glück hat und ganz oft, ganz lieb „Bitte, Bitte“ sagt, dann erbarmt sich die Mannschaft vielleicht.

Die Voraussetzungen für ein schnelles Aufräumen hätten nicht besser sein können. Viele helfende Hände gegen wenig Unordnung; sprich eine vollbesetzte Vierte gegen gerade mal acht Neuköllner. Im Spiel bemerkte man, dass NARVA IV einem Sieg nicht gänzlich abgeneigt war.

Schön war es nicht, was gezeigt wurde, ein plärrendes Kleinkind sieht dennoch anders aus. Zumindest konnte nun von der Tür bis zum Fenster gegangen werden. Größten Anteil daran hatte Morten, der sich bei seinen Paraden mehr bewegen musste als sein Gegenüber, der nur seinen Arm zur Seite halten brauchte. NARVA IV warf ihn netterweise noch ein bisschen warm. Mit einem 9:10 für die Vierte ging es in die Pause. Die erste Halbzeitführung seit vier Spielen.

Nachdem Steffi den Schiedsrichter in der Pause fast in die Rente geschickt hatte, erklärte sie der Mannschaft, dass es ihr nicht reicht, nur bis zum Fenster laufen zu können, sondern sie einen blitzsauberen Sieg erwartet.

Anscheinend fiel ihre Ansprache in die kleine Aufmerksamkeitsspanne der NARVA IV-Minis, und die Mannschaft fing an, einen Vorsprung herauszuspielen. Über eine stabile Defensive und einen gut haltenden Morten, der in der Schule bestimmt immer in der ersten Reihe saß und sich immer gemeldet hat, schraubte die Mannschaft ihren Vorsprung auf ein 13:19. Die Familie hätte kommen können und alle wären stolz gewesen.

Allerdings ist NARVA IV verhaltensauffällig und schmiss nochmal alles aus den Regalen. Durch eine 2-Minutenstrafe in Unterzahl geraten, verlor die Vierte ihre Linie und leistete sich unvorstellbare Patzer im Angriff. So wurden Pässe so langsam gespielt und so früh angekündigt, dass der Gegner sich noch das Schleifen binden hätte beibringen lassen können und den Ball trotzdem noch abgefangen hätte. Auch wurde der Ball dem Gegner förmlich in die Hand gegeben, obwohl vermutlich ein Foul provoziert werden sollte. Resultat in dieser Phase war ein 18:19. Auszeit NARVA IV.

Mit Hilfe einer kleinen, dafür sehr wirksamen Standpauke sortierte sich die Mannschaft wieder und kam schließlich zu einem verdienten, aber mal wieder viel zu niedrigen Sieg, 19:21.

Die Vierte verbleibt damit auf Platz 4 in der Tabelle, stellt die zweitbeste Abwehr der Liga, aber nur den siebtbesten Angriff. (F. Gill)

Kader:
O.Knorr, P.Meinert (2), A. Barrado (3/1), M.Kümmig, D.Seefeldt (3), F.Gill, K.Nitzsche (4), L.Steinmetz, T.Mielke, M.Sager (1), S.Adrian (5/5), T.Renzig (1), M.Jonas, S.Bleckert (2)

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