SG NARVA Berlin e.V.

Es gleicht sich alles aus…

 

BTV 1850 III4. Männer 25:25 (12:15)

Es gleicht sich im Laufe des Spiels respektive der Saison immer alles aus, sagt man landläufig. Heute stimmte das im Zusammenhang zweier Aktionen: Torwart ist nicht am Balltrotzdem Einwurf für den Gegner. Torwart ist am BallEinwurf für uns. Aber der Reihe nach

Die Derbygegner präsentierten sich in verbesserter Formation im Vergleich zum Hinspiel, das unter hervorragender Leitung (subjektive Wahrnehmung) eines heutigen Spielteilnehmers 31:26 an Friedrichshain ging. Heute war ein Schiedsrichter angesetzt, der weitaus mehr für Diskussionsstoff sorgen sollte.

Fast schon traditionell gingen wir mit 0:1 in Führung, hatten danach jedoch Probleme, Kreisanspiele zu verhindern, oder bei der Kontrolle des Spielgeräts auf der rechten Offensivseite (6:4, 12. Minute). Fortan hatten wir diese Option sowie den Rückraum des Gastgebers größtenteils unter Kontrolle, Linksaußen Brandys (ehemaliger Mitspieler) jedoch nicht. Daher verlangsamte er quasi im Alleingang unsere Absetzbewegung, die trotzdem beim 12:15 zur Pause positiv zu bewerten war.

Nach der Unterbrechung, in der wir viele grundsätzliche Dinge ansprachen und die Talkrunde mit: So, gehen wir mal auf die andere Seite, beschlossen, zeigte sich der Charakter dieses Teams, dass eben nicht darauf erpicht ist, den Erfolg über den sozialen Aspekt zu stellen. Klar, man kann immer mit 7-8 noch relativ fitten Althandballern (ü30, teils ü40) spielen und das Ding dann irgendwie über die Bezirksgrenze holen. Aber wir entschlossen uns für einen anderen Weg mit Spielzeit für jeden. Für die weitgereisten Fans aus Hessen war dies ein Kritikpunkt, der hernach jedoch entkräftet werden konnte.

Simon Engelbreth (28) hatte nämlich auch Familie mitgebracht, ist nach fast 9 Jahren vor kurzer Zeit wieder in den Handballsport eingetreten und hätte ja bei besser Konstellation glänzen können. Aber diese emotionale Komponente kam leider nicht zum Tragen. Deutlich schlechter wurde verteidigt, so dass der BTV beim 18:18 (41.) wieder auf Augenhöhe war. Personelle Korrekturen wurden vorgenommen, die zunächst auch vomfür die Bezirksligaganz ordentlich pfeifenden Referee eher günstig begleitet wurden. Aber unser Abräumen auf immer die falsche Seite mit Fehlwürfen im zweistelligen Bereich brachte nicht nur uns auf die Verliererstraße, sondern ließ den Schiedsrichter nun auch die entsprechenden Verkehrsschilder aufstellen (Torwart ohne Ballkontakt nach PfostentrefferEinwurf Gegner). Deckungsgleiche Situationen ohne eine gerechte Bewertung wurden nunneben der benannten Abschlussschwächezum Faktor (23:20, 51.). Dennoch blieb genug Zeit, ein den tatsächlichen Fähigkeiten entsprechendes Resultat zu erzielen. Als es dannnach klarem Rückspiel zum Torwart (24:23/58:22min)nicht ganz zu reichen schien, durfte Sportfreund Gustke, dem die Aufgewühltheit gewohnt anzusehen war und sogar von der hochschwangeren Gefährtin wohl deswegen zum Spiel geschickt wurde, auf der Tribüne Platz nehmen, auf der schon der fairste Spieler der Liga (Scholz) ungerechtfertigt eine neue Heimat fand.

Der Treffer zum 25:23 wurde sofort beantwortet, es blieben noch ca. 30 Sekunden, bevor 17 Sekunden (Spielprotokoll stimmt auch insofern nicht) eine Auszeit des Gastgebers folgte. Herzlichen Dank dafür! Wir kamen überein, fünf Gegenspieler kurz zu decken (mehr waren ja nicht möglich) und einen freien Wurf zuzulassen, egal von welcher Position. BTV spielte diesen einen freien Akteur an und scheiterte am Pfosten. Aufmerksame Kreuzberger Zuschauer, die den Fairplay-Preis zuvor verwirkt hatten, bemängelten schließlich zu Recht, dass hier eine Ballberührung unseres Keepers vorgelegen habe. Davon ließen sich weder Schiedsrichter noch unser Team beeindrucken: Schneller Einwurf 5,4,3,2 Scheil schweißt aus 13 Metern in den Winkel.

Fazit: Somit hat sich dann auch fast alles ausgeglichen. Man verabredete sich zum nächsten Spielenachmittag (Klassenerhalt sollte für beide Teams durch sein) und ging seiner Wege. Wir hoffen, dass Seppel seinem Kind bald davon erzählen kann: Selbst in schwierigen, möglicherweise ungerecht empfundenen Situationen ist es wichtig, die Fassung zu bewahren. Dann gleicht sich wirklich alles aus! 😉

Tor: Fehling (1.-30. und 41.-60.), Engelbreth (31.-41.)
Feld: Sander (6), Gustke (6), Scheil (5), Steinmetz (4/2), Hoffmann, B. (2), Bleckert (2), Laubig, Gill, Reizner, Adrian, Scholz